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Leistungen Tiermedizin

Innere Medizin

Die Innere Medizin beschäftigt sich mit Erkrankungen der inneren Organe – dazu gehören Erkrankungen der Atemwege, des Magen-Darm-Trakts, des Herz-Kreislaufsystems, des Blutes oder des Nierenapparates. Um einzelne Organkrankheiten präzise diagnostizieren zu können, werden bei uns modernste Geräte wie digitales Röntgen, Endoskopie, Laboranalysegeräte und Ultraschall eingesetzt, um im Anschluss eine gezielte Therapie einleiten zu können.

Diabetes mellitus

Beim Diabetis mellitus handelt es sich um eine endokrinologische Erkrankung, die den Glukosestoffwechsel betrifft. Der Blutzucker im Körper ist der Hauptenergielieferant für den Organismus. Damit die Körperzellen diesen Zucker auch über die Zellen aufnehmen können, ist das Hormon Insulin erforderlich, welches in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Insulin senkt folglich die Glukosekonzentration im Blut (bekannt als Blutzuckerspiegel). Wenn zu wenig Insulin produziert wird, können die Zellen den Zucker im Blut nicht nutzen und ein Energiemangel entsteht.

Der Diabetes mellitus wird in zwei Formen unterschieden:

Diabetes Typ I: Durch einen Rückgang der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse kommt es zu einem Mangel an Insulin (auch absoluter Insulinmangel genannt). Diese Diabetesform wird vor allem häufig bei Hunden diagnostiziert.

Diabetes Typ II: Vor allem Katzen erkranken eher an einem Diabetestyp II. Hier produziert die Bauchspeicheldrüse noch Insulin, jedoch nicht mehr in ausreichender Menge, um den Blutzucker über die Zellen aufnehmen zu können (relativer Insulinmangel) oder die Körperzellen können nicht mehr ausreichend auf das Insulin reagieren (Insulinresistenz).

Symptome

Klassische Symptome einer Diabetis mellitus Erkrankung sind in der Regel Gewichtsreduktion bei gleichzeitig ausgeprägtem Hungergefühl: Der Körper versucht diesen Energiemangel zu kompensieren. Des Weiteren steigt der nicht in die Zellen aufgenommene Zucker im Blut an. Befindet sich langfristig zu viel Zucker im Blut, tritt er in den Urin über und lässt sich mit einem Teststreifen nachweisen. Wassermoleküle werden mit in den Urin gezogen und der Organismus verliert als Folge der erhöhten Uringlukose vermehrt Flüssigkeit. Um den Wasserhaushalt des Körpers aufrecht zu erhalten, beginnen die Tiere sehr viel zu trinken und demzufolge auch mehr Urin als gewöhnlich abzusetzen. Bei Katzen kann auch oft eine gebückte Haltung beobachtet werden, bei der die Hintergliedmaßen ganz auffußen (plantigrader Gang).

Diagnose

Die Diagnose eines Diabetis mellitus ist meist recht unproblematisch zu stellen und wird häufig im Zuge einer Blut- sowie Urinuntersuchung gestellt. Hier sind der erhöhte Langzeitblutzuckerwert (Fruktosamin) und die Glukose im Urin von Bedeutung. Zur Abklärung, ob eventuell noch weitere Erkrankungen vorliegen oder um eine Aussage über die Ausprägung und weiteren Folgen der Erkrankung machen zu können, sollte bestenfalls eine komplette Blutuntersuchung (Organwerte mit Schilddrüsenwert und Blutbild) eingeleitet werden. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes kann sich ebenfalls als sinnvoll erweisen.

Ein Diabetis mellitus kann auch durch eine längere Cortisonbehandlung ausgelöst werden. Regelmäßige Blutkontrollen sind bei jeder Dauermedikation deshalb unabdingbar.

Prognose und Therapie

Ein Diabetis mellitus wird bei Ihrem Hund eher selten rückläufig sein und benötigt in der Regel eine lebenslange Therapie. Nur wenn eine andere Erkrankung vorliegt, die eine Insulinresistenz auslöst (z. B. bei Morbus Cushing oder bei unkastrierten Hündinnen, die zu viel Progesteron bilden), kann der Diabetis mellitus nach Behandlung dieser Grundkrankheit eventuell ausheilen.

Katzen, die früh genug diagnostiziert und behandelt werden, können jedoch in einen sogenannten „transienten“ Diabetes übergehen. In diesem Status muss der Katze kein Insulin mehr gespritzt werden. Spezielles Diätfutter und regelmäßige Blutzuckerkontrollen sind aber weiterhin nötig, da sie erneut erkranken kann und dann wieder Insulin benötigt.

Die allgemeine Prognose ist bei Hunden und Katzen allerdings von vielen weiteren Faktoren, wie der Ursache des bestehenden Insulinmangels und eventuellen Begleiterkrankungen abhängig.

Um einer Insulinresistenz entgegenzuwirken, ist es durchaus sinnvoll, eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Tieren vorzunehmen.

Bei unkastrierten Hündinnen, wird im Falle einer Diabeteserkrankung meist zu einer Kastration geraten, da der Blutzuckerspiegel häufig nach der Läufigkeit hormonell bedingt ansteigt und so zu vermehrten Schwankungen führen kann.

Wurde der Diabetes durch die Gabe von Cortison ausgelöst, sollte die Therapie schnellstmöglich ausgeschlichen werden, um den Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren.

Vor allem Hunde reagieren nicht oder nur sehr kurzweilig auf zuckersenkende Medikamente in Tablettenform. Daher ist das Mittel der Wahl das Spritzen von Insulin durch den Tierhalter unter die Haut. Die Sorge der Halter ist bei der Diagnosestellung verständlicherweise oft groß. Doch in den allermeisten Fällen ist die Behandlung Zuhause auch bei Katzen sehr gut möglich. Handhabung und Injektionstechnik werden Ihnen in Ruhe durch unsere geschulten Mitarbeiter gezeigt, ausreichend geübt und Ihre Fragen ausführlich beantwortet. So können Sie sicher und zuversichtlich die Diabetestherapie beginnen.

Die Insulindosis muss für Ihr Tier genau angepasst und regelmäßig kontrolliert werden, um eine Über- oder auch Unterzuckerung zu vermeiden. Da Stress den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe treiben kann, können Kontrollen und Tagesprofile nach Absprache teilweise auch Zuhause durchgeführt werden, wenn sich das Tier als sehr umgänglich erweist. Vor allem zu Beginn sind engmaschige Kontrollen nötig, um die bestwirksame Dosis für Ihr Tier zu finden.

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung sollte nach Empfehlung Ihres Tierarztes auf ein diabetikergeeignetes Futter umgestellt werden. Die Art der Fütterung und individuelle Anpassung der jeweiligen Fütterungszeiten wird im Einzelfall mit Ihnen ausführlich besprochen.

Woran kann ich erkennen, dass mein Tier eine Unter- oder Überzuckerung hat?

Ein zu niedriger Glukosespiegel im Blut (Hypoglykämie) kann sich durch allgemeine Müdigkeit oder auch hochgradige Schwäche äußern. Ursächlich ist meist zu viel Insulin bei ungenügender Futteraufnahme oder auch eine falsche Insulindosierung. Oft wirken die Tiere dann auch abwesend und zeigen zum Teil auch veränderte, verkrampfte Körperhaltungen oder krampfen mit dem ganzen Körper. Sollten Sie eines dieser Symptome bei Ihrem Tier bemerken, sollten Sie ihm am besten direkt etwas Futter anbieten. Sie können ihm auch eine Zuckerlösung direkt ins Mäulchen geben. Nach diesen ersten Notfallmaßnahmen sollten Sie umgehend Ihren Haustierarzt kontaktieren und das weitere Vorgehen besprechen.

Ist der Blutzuckerspiegel Ihres Tieres zu hoch (Hyperglykämie), können Symptome wie vermehrtes Trinken und Gewichtsverlust bei weiter gutem bis sehr guten Appetit beobachtet werden.

Auch Erbrechen, Schwäche und manchmal auch verminderter Appetit können Symptome einer Überzuckerung sein. Sollte Ihr Tier als Diabetespatient eines dieser Symptome zeigen oder Sie sich in der Einschätzung unsicher fühlen, sollten sie schnellstmöglich mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens Kontakt aufnehmen.

Eine Erkrankung der Schilddrüse hat auch beim Hund häufig einen Einfluss auf den Stoffwechsel. Anders als bei der Katze, kommt es hier zu einer Unterfunktion, bei der die Zellen zu langsam arbeiten und sich schleichend der gesamte Stoffwechsel verlangsamt. Eine Schilddrüsenunterfunktion zeigt beim Hund daher oft typische Symptome, wie Trägheit und Gewichtszunahme.

Symptomatik einer Hypothyreose

Die Unterproduktion an Schilddrüsenhormonen kann verschiedene Symptome verursachen. Am häufigsten kann man jedoch Gewichtszunahme, Müdigkeit und Haut- bzw. Fellveränderungen beobachten. Selten zeigen sich auch Veränderungen des Fortpflanzungs- und Nervensystems. Einige Hunde zeigen keinerlei klinische körperliche Symptome, jedoch deutliche Verhaltensauffälligkeiten, wie hochgradige Geräuschangst oder Angst vor fremden Objekten. Teilweise spielen auch Verhaltenssymptome, wie vermehrte Hyperaktivität und schwierige Trainierbarkeit eine Rolle.

Diagnostik und Therapie

Wenn Sie an Ihrem Hund einige der möglichen Symptome feststellen, ist nicht gleich zuverlässig davon auszugehen, dass Ihr Hund an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet. Immer häufiger melden sich verzweifelte Halter in der Praxis und hoffen geradezu auf eine Bestätigung einer Unterfunktion der Schilddrüse, welches den Ungehorsam Ihres Hundes doch endlich erklären würde.

Klarheit kann hier häufig eine Blutuntersuchung schaffen. Da die Erkrankung häufiger bei älteren Hunden vorkommt, sollte in regelmäßigen Abständen als Teil der Vorsorgeuntersuchung auch das Schilddrüsenhormon T4 im Blut gemessen werden. Ist das Schilddrüsenhormon erniedrigt, werden vorerst noch weitere Parameter kontrolliert, um festzustellen, ob diese Erniedrigung tatsächlich durch ein Problem der Schilddrüse bedingt ist.

Die meist lebenslange Therapie der Hypothyreose kann durch Tablettengabe mit dem Wirkstoff Levothyroxin durchgeführt werden. Sobald Ihr Hund medikamentös gut eingestellt ist, werden zweimal jährlich die Schilddrüsenhormone im Blut kontrolliert.

Prognose

Bei täglicher Durchführung der Medikation und regelmäßigen Kontrollen, verschwinden die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion in der Regel mit der Zeit vollständig und Ihr Hund nimmt wieder aktiver an Ihrem gemeinsamen Alltag teil oder kann endlich zur Ruhe kommen.

Morbus Cushing (benannt nach Harvey Williams Cushing) bezeichnet eine Erkrankung, bei der es zu einer vermehrten Stimulation der Nebennierenrinde und in Folge schließlich zu einer übermäßigen Produktion von Cortisol kommt. Die zusammengefassten Symptome werden auch als Cushing-Syndrom bezeichnet. Die Nebennieren finden sich als erbsengroße Organe, direkt neben den Nieren gelegen, wieder.

Mögliche Ursachen

Sehr häufig (in 80 – 85% der Fälle) liegt die Ursache für ein Cushing-Syndrom in einem kleinen gutartigen Tumor in der Hirnanhangsdrüse. Dieser Tumor sendet stetig ein Signal (und zwar das Hormon ACTH) an die Nebennieren, welches diese veranlasst, vermehrt Cortisol zu produzieren und in den Blutkreislauf auszuschütten. Folglich werden die Nebennieren immer größer und produzieren permanent zu viel Cortisol. In selteneren Fällen ist die Ursache auch ein kleiner Tumor in einer der Nebennieren, welcher selbst Cortisol produziert und ausschüttet.

Eine dauerhaft zu hohe Cortisolkonzentration im Körper kann zudem auch durch eine zu hohe Medikamentendosierung von Cortison verursacht werden.

Symptome

Die meisten Hunde zeigen klinisch sehr deutliche Symptome wie vermehrtes Trinkverhalten und einen gesteigerten Urinabsatz. Viele Hunde leiden unter Bewegungsunlust, ständigem Appetit und einem vergrößerten Hängebauch. Auch bestimmte Hautveränderungen wie dünnes, stumpfes Fell mit teilweisem Haarverlust und trockene, schuppige Haut können hier als typische Symptome beobachtet werden. Am häufigsten sind kleine, ältere Hunde oder bestimmte Rassen wie beispielsweise Boxer, Dackel und Pudel vom Cushing-Syndrom betroffen.

Diagnose

Bei Verdacht auf Morbus Cushing kann als Nachweis zunächst eine allgemeine Blutuntersuchung vorgenommen werden. Gegebenenfalls kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung der Bauchhöhle und eine Urinuntersuchung (Bestimmung des Cortisol-Kreatinin Quotienten) im Labor als unterstützende Diagnostik sinnvoll sein. Bei Verdacht auf Morbus Cushing wird bei Ihrem Hund zwei Mal im Abstand von einer Stunde Blut abgenommen und dazwischen einmal das Hormon ACTH gespritzt. Diese beiden Blutwerte werden anschließend miteinander verglichen und bestätigen gegebenenfalls den Verdacht einer Überproduktion oder möglicherweise auch eine Unterproduktion des Cortisols (Morbus Addison). Neben diesem sogenannten ACTH-Stimulationstest kann zur Diagnosesicherung auch ein Low-Dose-Dexamethason-Suppressionstest durchgeführt werden.

Therapie und Prognose

Die Therapie unterscheidet sich je nach Ursache der Erkrankung. Bei einem medikamentös bedingtem Cortisolüberschuss muss die Medikation komplett neu eingestellt werden.

Ist die Ursache in einem Tumor der Hirnanhangsdrüse zu finden, kann ein Medikament verabreicht werden, welches die Produktion von Cortisol in den Nebennieren hemmt. Nach einigen Wochen können Symptome der Cushingerkrankung bei einer erfolgreichen Therapie gänzlich verschwinden. Gibt es einen Tumor in der Nebenniere, kann dieser mit dem gleichen Medikament behandelt oder auch operativ entfernt werden. Die Medikamentendosis für Ihren Hund muss in regelmäßigen Abständen vom betreuenden Tierarzt mittels einer Blutuntersuchung kontrolliert werden, um die weitere Wirksamkeit zu gewährleisten.

Als Endokrinologie bezeichnet man die „Lehre von den Hormonen“.
Bei Hunden und Katzen gibt es eine Vielzahl von endokrinologischen Erkrankungen, auch Endokrinopathien genannt. Sie alle zeichnen sich durch eine große Komplexität und ein meist sehr uneinheitliches Krankheitsbild aus. Daher ist ihre Diagnostik auch nicht immer einfach. Die Analyse von Blutproben ist in der Endokrinologie ein essenzieller Bestandteil der Diagnostik, da die abgegebenen Produkte der Hormondrüsen hier direkt nachgewiesen werden können. Wichtige endokrine Hormondrüsen sind unter anderem die Schilddrüse und Nebenschilddrüse, die Bauchspeicheldrüse und die Nebenniere.

Die Schilddrüse und ihre Funktion

Die Schilddrüse ist ein eher unscheinbares Organ im Halsbereich mit umso wichtigeren Funktionen. Sie produziert Hormone, welche dank ihrer vielfältigen Aufgaben einen großen Einfluss auf die allgemeine Stoffwechsellage, das Wachstum, den Gewebemetabolismus und die Entwicklung des zentralen Nervensystems haben.

Wofür werden Schilddrüsenhormone benötigt?

Schilddrüsenhormone greifen regulierend an verschiedenen Organsystemen an:

  • Steigerung der Körpertemperatur
  • Steigerung der Aktivität der Darmmotorik
  • Steigerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks
  • Steigerung der Erregbarkeit durch Einfluss auf das zentrale Nervensystem

Allgemein betrachtet, bewirken Schilddrüsenhormone also eine Erhöhung des Grundumsatzes und des Energieverbrauchs. Die Produktion dieser Hormone unterliegt einem festen Regelkreis, welcher im gesunden Körper an die Erfordernisse von Umwelt und Körper angepasst ist.

Welche Schilddrüsenhormone spielen eine Rolle?

Üblicherweise werden lediglich Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3) als Schilddrüsenhormone bezeichnet, da in deren Produktion die primäre Funktion liegt. T4 und T3 werden in sogenannten Follikeln aus Aminosäuren und Jod gebildet. Daher ist beispielsweise Jod bei der Schilddrüsenfunktion auch von entscheidender Bedeutung.

Die übergeordnete Steuerung der Freisetzung der Hormone wird über den Hypothalamus geregelt:

Thyreoliberin (TRH) wird freigesetzt und stimuliert die Synthese und Sekretion von Thyreotropin (TSH). TSH bewirkt unter anderem eine vermehrte Jodaufnahme in die Zellen der Schilddrüse und sorgt so für die Bildung und Freisetzung der Schilddrüsenhormone.
Die Hormone werden also in der Schilddrüse gebildet, gespeichert und bei Bedarf ins Blut abgegeben. Zugleich wirken aber auch die Schilddrüsenhormone selbst regulierend auf die Schilddrüse: Die Steigerung des T4- und T3- Spiegels führt zu einer verminderten Freisetzung von TRH und TSH und senkt daraufhin die T4- und T3- Konzentration im Blut. Die negative Rückkopplung wird auch als „negativer Feedbackmechanismus“ bezeichnet.

Die Schilddrüsenüberfunktion der Katze (Feline Hyperthyreose)

Die Hyperthyreose ist mittlerweile die häufigste endokrinologische Erkrankung bei der Katze.
Bei dieser Überfunktion der Schilddrüse ist der oben erläuterte physiologische negative Feedbackmechanismus gestört und es werden vermehrt Schilddrüsenhormone gebildet. In manchen Fällen können sich auch die Schilddrüsenlappen vergrößern. Diese Veränderungen sind in der Regel jedoch gutartig. Bösartige Adenokarzinome kommen bei der Katze eher selten vor.

Symptomatik einer Hyperthyreose

Die klinischen Symptome einer Hyperthyreose können aufgrund der vielschichtigen Wirkung der Schilddrüsenhormone sehr variabel sein. Doch einige Symptome können auf eine erhöhte Schilddrüsenfunktion hinweisen.

Sollten Sie beispielsweise

  • vermehrtes Trinken und gesteigerten Urinabsatz
  • Gewichtsverlust bei jedoch vermehrtem Appetit
  • gastrointestinale Beschwerden, wie Erbrechen oder Durchfall
  • Verhaltensänderung, wie vermindertes Putzverhalten und unruhiges
  • oder auch aggressives Verhalten bei Ihrer Katze beobachten, ist eine Vorstellung in unserer Tierarztpraxis unbedingt anzuraten.

Untersuchung und Diagnostik

Gerade Katzen mit einer erhöhten Schilddrüsenfunktion können sich während der Untersuchung in der Behandlung schnell gestresst zeigen. Dieser Stress kann für eine allgemeine akute klinische Verschlechterung der Symptomatik sorgen oder auch bestimmte Werte für die Untersuchung verfälschen. Beim Verdacht auf eine hyperthyreote Katze steht also ein stressarmer, katzenfreundlicher Umgang bei uns besonders im Vordergrund. Hier hat sich eine geduldige, ruhige Arbeitsweise mit möglichst wenig Fixation bewährt.

Auskultatorisch kann bei ungefähr 50 % der Katzen eine erhöhte Herzfrequenz, seltener auch ein sogenannter Galopprhythmus des Herzens beobachtet werden. Eine palpatorische Untersuchung der Schilddrüse (Abtasten), ist ab einem mittleren Alter ebenfalls sinnvoll, um Veränderungen in der Größe frühzeitig zu erkennen.
Häufig wird eine erhöhte T4- Konzentration im Blut der Katze als Zufallsbefund im Zuge eines Geriatrieprofiles festgestellt, ohne dass der Halter jedoch eine spezifische Symptomatik bei seiner Katze bemerkt hätte. Hier zeigt sich nochmal deutlich, wie wichtig also eine regelmäßige Vorsorge mit Blutuntersuchung ab einem Alter von 7 Jahren bei der Katze ist.
Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion wird diese in mehr als 91 % der Fälle auch bestätigt. Bestimmte Begleiterkrankungen können jedoch die Diagnose einer Hyperthyreose verschleiern, da sie zu einer Verringerung der T4-Konzentration im Blut sorgen. Hier können anschließend weitere spezifische Blutuntersuchungen (z.B. TSH) durchgeführt werden, um die Diagnose zu bestätigen.

Therapiemöglichkeiten

Eine Schilddrüsenüberfunktion sollte bei der Katze prinzipiell immer behandelt werden, da es eine stetig fortschreitende Erkrankung ist, welche mit Komplikationen wie Stoffwechselentgleisung oder auch Herzversagen einhergehen kann und allgemein einen negativen Einfluss auf andere Organe haben kann. Als Behandlungsmethode hat sich eine medikamentelle Therapie mit Thyreostatika bewährt. Thyreostatika hemmen die Abgabe von Schilddrüsenhormonen aus der Schilddrüse und führen dadurch zu einer verminderten Produktion der Schilddrüsenhormone im Blut. Da die Überproduktion an Schilddrüsenhormon dazu führt, dass die Nieren besser durchblutet werden, müssen unter der Therapie der Hyperthyreose auch die Nierenwerte kontrolliert werden, um zu verhindern, dass die Niere durch die verminderte Durchblutung geschädigt wird.
Als Medikation gibt es die Möglichkeit mit Tabletten, Saft oder auch Salbe, welche dann über die Haut absorbiert wird, zu arbeiten. Gestaltet sich eine Medikamenteneingabe generell für schwierig, gibt es auch jodreduzierte Spezialdiäten für Wohnungskatzen. Weitere Therapiemöglichkeiten können individuell mit dem Halter besprochen und alle Vor- und Nachteile dabei abgewogen werden.

Prognose

Allgemein ist die Hyperthyreose eine gut beherrschbare Krankheit, wenn sie früh genug erkannt, behandelt und regelmäßig kontrolliert wird.